undercurrents ~ forum für linke literaturwissenschaft http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents <p><em>Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft</em> fragt nach dem Verhältnis von Literatur, Literaturwissenschaft und emanzipatorischen Bewegungen.</p> de-DE undercurrentsforum@gmx.de (Redaktion undercurrents) undercurrentsforum@gmx.de (Redaktion undercurrents) Sa, 27 Jul 2019 13:18:00 +0200 OJS 3.1.1.2 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Die Literatur der Novemberrevolution http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/101 <p>Während 1968 ein verbreiteter Gegenstand heutiger germanistischer Forschung und Lehre ist, fristet die Novemberrevolution ein literaturwissenschaftliches Schattendasein. Das Ausmaß dieser&nbsp; Ignoranz – also des Nicht-Wissens, wenn nicht gar des Nicht-Wissen-Wollens – überraschte uns, als wir im Laufe des Jubiläumsjahres 2018 beschlossen, den vielversprechendsten Revolutionsversuch in der deutschen Geschichte zum Thema einer zweiten Ausgabe zu linken literarischen Jubiläen bei Undercurrents zu machen.</p> Redaktion Undercurrents ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/101 Sa, 27 Jul 2019 12:43:20 +0200 Der Freiheit rotes Laken. Erich Mühsams vergebliches Ringen um die Räterepublik http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/102 <p>„Ohne die Befreiung vom Staate keine Befreiung vom Militarismus! [...] Daher geht hin alle, die ihr mich verstanden habt, und propagiert den revolutionären Sozialismus!“ (Mühsam 1904) – Dieser kämpferische Aufruf wurde nicht, wie man glauben könnte, am Vorabend der Novemberrevolution publiziert, sondern ganze 14 Jahre früher, zu einem Zeitpunkt also, als das Deutsche Kaiserreich noch gänzlich unumstößlich und keine Revolution in Sichtweite schien. Auch war der Autor des Aufrufs keiner der späteren sozialistischen Säulenheiligen, sondern ein zauseliger, lebenslustiger Bohémien, der soeben einen ersten Lyrikband veröffentlicht hatte – Erich Mühsam.</p> Markus Liske ##submission.copyrightStatement## http://creativecommons.org/licenses/by/4.0 http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/102 Sa, 27 Jul 2019 12:42:50 +0200 Revolutionsliteratur 1919-2019. Eine kleine Geschichte politischer Vereinnahmungen http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/104 <p>Die gescheiterte deutsche Revolution von 1919 mitsamt ihren Akteur_innen scheint in der gegenwärtigen literarischen und literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung wenn nicht abwesend, so doch marginalisiert. Wenn überhaupt kommen Autor_innen, Zeitschriften, einzelne Titel der 1919er nur anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Revolution wieder in den Blick einzelner Forschungsvorhaben und der bildungsbürgerlichen Öffentlichkeit. Der Grund für die relative Abwesenheit der künstlerischen Produkte und Ideen jener Zeit ist fraglos der, dass sie von der heutigen Wissenschaft, Bildungprogrammen im weiteren Sinn und dem privaten Leseinteresse als politisch anachronistisch bewertet werden.</p> Steffen Hendel ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/104 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 Revolution und Weiblichkeit um 1918/19: Das Private wird politisch http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/105 <p>Der Zusammenhang zwischen Revolution und Weiblichkeit ist kein nebensächlicher. Er betrifft ein zentrales Moment revolutionärer Verände­rung: die Frage nach der Aufteilung der sozialen Welt, der Abgrenzung zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Ökonomie und Politik wie auch zwischen Produktion und Reproduk­tion (Haus- und Familienarbeit). Dieser Beitrag betrachtet Ansätze revolutionärer Politik um 1918/19 mit Blick auf die Verbindung zwischen politischer bzw. sozialer Revolution und Geschlechterverhältnis­sen und fragt nach Anknüpfungsmöglichkeiten für heutige linke Politik.</p> Kathrin Schödel ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/105 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 "Frauen lasst uns das selbst in die Hand nehmen!" Zum Anteil von Frauen an Klassenkampf und Novemberrevolution am Fallbeispiel Bad Lauterberg http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/106 <p>Sie haben ihre Geschichte nicht aufgeschrieben. Den Arbeiterinnen und Arbeitern fehlte schlichtweg Sinn und Zeit dafür. Was überdauerte, sind Fragmente, Zeitungsmeldungen, hier und da ein Flugblatt, mit Glück eine persönliche Aufzeichnung oder ein Foto. Vieles ging zudem durch die Nazi-Zeit und den Krieg verloren. Danach schwieg man lieber über das, was war. Doch soziale Kämpfe finden nicht im luftleeren Raum statt, sie zeichnen Spuren, verändern und münden in der Gegenwart, in der das nicht Abgegoltene weiter Aufgabe bleibt.</p> Bernd Langer ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/106 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 Revolution von Geist und Individuum nach Gustav Landauer http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/107 <p>Eine Auseinandersetzung mit dem Werk Gustav Landauers (1870-1919) in ihren mannigfaltigen Ausdrucksformen von Roman über Essay, Vortrag, Brief und Streitschrift, Zeitungsartikel, Manifest, Übersetzung und Herausgeberschaft konfrontiert mit Gedanken, deren unablässiges Anliegen eine Revolutionierung bestehender Lebensformen ausmacht. Landauer war kein Berufsrevolutionär. Eher träfe auf ihn selbst jene Art der Berufung zu, die er abstrakt und in hohen Tönen in seinem "Aufruf zum Sozialismus" von 1911 als die der „vereinsamten Denker, Dichter und Künstler“ darstellte.</p> Eva von Redecker ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/107 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 Sprache ist Beziehung. Gustav Landauer, die Sprache und die Revolution http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/108 <p>Dass Sprachkritik, die auf Emanzipation und Inklusion zielt, schon älter sein könnte als die feministische Sprachkritik im Nachgang von 1968, ist heute verschüttetes Wissen. In diesem Beitrag möchte ich entlang von Gustav Landauers sprachkritischen wie -utopischen Überlegungen über die gegenwärtige Debatte um Sprachpolitik nachdenken, die sowohl im bürgerlichen Feuilleton wie auch innerhalb der Linken oftmals polemisch geführt wird.</p> Annika Klanke ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/108 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 "Feierlich treten wir nunmehr in das Jahr 1919..". Die Novemberrevolution in Kurt Tucholskys Couplets http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/109 <p>Der bekannte Journalist und Satiriker Kurt Tucholsky reagierte auf die Ereignisse der Jahre 1918-1919 mittels verschiedener literarischer Formen, insbesondere spielte er eine aktive Rolle im Kabarett der Weimarer Republik. Indem er zur Form des musikalischen Theaters griff, gelang es Tucholsky – alias Theobald Tiger, Peter Panter, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel –, die postrevolutionäre Zeit und die Widersprüche dieser republikanischen Phase Deutschlands darzustellen.</p> Federica Rocchi ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/109 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 Arbeiter_innendichtung und Revolution: Werner Möller (1888-1919) http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/110 <p>Literatur- und Geschichtswissenschaft haben bislang nur spärlich von Arbeiterdichtern Kenntnis genommen, die in Personalunion Akteure und Dichter der deutschen Revolution 1918/19 waren. Unter ihnen ragt der Klempner Werner Möller aus Barmen hervor, der den Weg der deutschen Arbeiterbewegung von der Vorkriegszeit bis in die Revolution in seiner Lyrik widerspiegelte. Er verstand sich als Dichter der in der wilhelminischen Gesellschaft Ausgegrenzten, der „Vaterlandslosen“, denen er Selbstbewusstsein, Widerstandswillen und Kampfbereitschaft für eine neue, sozialistische Gesellschaft vermitteln wollte.</p> Gerhard Engel ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/110 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200 Interview mit Ute Gerhard http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/111 <p>Unser Interview ist Teil einer Reihe "Archäologie linker Literaturwissenschaft", die sich mit den ‚Ausgrabungen‘ und dem ‚Verschütteten‘, das heißt den Errungenschaften und den Sackgassen linker Literaturwissenschaft besonders seit 1968 beschäftigt. Zugleich laden Ihre Forschungsschwerpunkte dazu ein, über den aktuellen Rassismus und Rechtsruck zu sprechen. Wir werden unser Bestes tun, um diesen Spagat zu bewältigen.</p> Ute Gerhard, Redaktion undercurrents ##submission.copyrightStatement## http://open-journal-systems.de/index.php/undercurrents/article/view/111 Sa, 27 Jul 2019 00:00:00 +0200